Fenja

Mit Fenja hat der Verein zum sechsten Mal ein elektrisch angetriebenes Auto auf die Beine gestellt!

So konnten wir auch in der Saison 2017 den Innovationsschritt des Vorgängers Silencio weiter ausbauen, verbessern seine Stärken und gehen seine Schwächen an.

Chassis und AerodynamicsWie im letzten Jahr wurde bei dem Bau des Monocoques auf vorimprägnierte Carbon Fasern gesetzt, da diese einen entscheidenden Gewichtsvorteil, im Vergleich zu den bisher verwendeten Trockenfasern, bringen. Allerdings Außerdem konnten im Vergleich zum Vorjahr durch konstruktive Anpassungen des Monocoques, sowie durch einen verbesserten Fertigungsprozess Gewicht eingespart werden. Um uns dem Saisonziel (ausmerzen der Kinderkrankheiten von Silencio) anzupassen, wurde im Bereich Aerodynamics kein neues Konzept entwickelt, sondern Verbesserungen am Aeropaket von Silencio vorgenommen. Durch einen verbesserten Lagenaufbau der Flügel und Sideplates konnten wir die Festigkeit erhöhen und gleichzeitig das Gewicht reduzieren. Die überarbeitete Anbindung der Seitenflügel ermöglicht eine bessere Wartbarkeit des Fahrzeugs und zugleich zusätzliche Gewichtsersparnis. Zuletzt wurde ein zusätzlicher Diffusor im Unterboden angebracht, um die kleiner gewordenen Seitenflügel auszugleichen.

PowertrainDa uns mit Silencio der Umstieg auf ein Allrad Fahrzeug gelungen ist, wurde in Fenja dasselbe Antriebskonzept verwendet. In Kombination mit den eineinhalbstufigen Planetengetrieben, welche sich als robust und widerstandsfähig erwiesen haben, ergeben sich pro Rad 287Nm Antriebsmoment. Großes Augenmerk wurde auch auf die Verbesserung des Kühlsystems gelegt: durch Simulationen und anschließende Validierung mittels verschiedener Testaufbauten konnten Probleme aus der Vorsaison beseitigt, und sogar Gewicht z.B. bei der Umrichter-Kühlung eingespart werden. Die Versorgung unseres Antriebsstranges wird durch einen Akkumulator mit 600V Maximalspannung gewährleistet. Dieser speichert 6,7kWh Energie und ermöglicht langanhaltendes dynamisches Fahrverhalten während des gesamten Rennens. Um diese Energie effizienter zu nutzen und die Wärmeentwicklung zu minimieren wurden spezielle Zellverbinder mit möglichst geringem Widerstand entwickelt.

Bordnetz und FahrdynamikregelungenDas Niederspannungssystem wurde nicht nur in seiner Stabilität, sondern auch in seiner Effektivität verbessert. Dies wurde mit einem kürzeren und stabileren Kabelbaum auch durch ein neues EMV Konzept erreicht. Weiterhin wird das Auto durch die bewährten, selbst entwickelten System-on-Module überwacht und die Daten über WLAN an das Telemetrieteam geschickt. Doch nicht nur die Hardware wurde in diesem Jahr stark verbessert, auch die dynamischen Regler des Autos erzielen Vereinsbestleistungen. Durch eine neue Antriebschlupfregelung kommt das neueste Fahrzeug aus unserer Werkstatt auf bessere Beschleunigungszeiten denn je. Außerdem wurde bei Fenja auch die Grundlage für ein Torque Vectoring, also die dynamische Momentverteilung auf die vier angetriebenen Räder entwickelt, auf dieser kann bei dem neuen Fahrzeug aufgebaut werden kann. Neben den Fahrdynamikregelungen wurde auch ein System für Rekuperation, also Energierückgewinnung durch elektrisches Bremsen, implementiert.

SuspensionAuch im Fahrwerk wurde auf Bestehendem aufgebaut und Unzulänglichkeiten ausgemerzt. Neben der Verwendung der neuen Generation von FOX-Dämpfern wurde das 3. Element neu ausgelegt, um den Wankbewegungen des Fahrzeugs noch effizienter entgegen zu wirken. Die Kinematik wurde an den neuen Rennwagen angepasst sowie die Konstruktion der Radträger so gestaltet, dass Gewicht eingespart und die Fertigung vereinfacht werden konnte.

Technische Daten
Leistungsdaten
Leistung 4x 12.3 kW
Max. Drehmoment 4x 287 Nm
Von 0-100 km/h 2,7 Sekunden
Gewicht 205 kg
Events
Mit Fenja konnten wir erfolgreich bei der FS Austria auf dem Redbull Ring in Spielberg sowie bei der FS Germany auf dem Hockenheim Ring an den Start gehen. Auf beiden Events konnte das Fahrzeug alle technischen Abnahmen erfolgreich ablegen und bei den dynamischen Disziplinen an den Start gehen. Auf dem Hockenheimring stellte sich das Team der Herausforderung erstmals mit zwei Autos anzutreten. Trotz der Tatsache, dass sich Fenja und Silencio einen HV-Akkumulator teilen mussten, konnten beide Teams an beinahe allen dynamischen Disziplinen teilnehmen und ihre Leistung und unsere Leidenschaft unter Beweis stellen.